Paten müssen die Schulbank drücken

 

Bergsträßer Anzeiger vom 22.11.2013 Seite 13

 

Workshop: „PfAu“-Initiative setzte sich in der GSS mit
Online-Bewerbungen auseinander

Paten müssen die Schulbank drücken
BENSHEIM. Die Räume in der Geschwister-Scholl-Schule sind hell
erleuchtet, die Computer hochgefahren – und das am Samstag?
Doch auf den Stühlen im neuen Computerraum sitzen keine Schüler,
sondern Erwachsene. Verkehrte Welt?
Nicht ganz, denn nachdem der erste „PfAu“-Workshop für die
Neuntklässler des Hauptschulzweiges im vergangenen Sommer Erfolg
versprach, waren nun die Paten dran.

Digitale Lebenswelt

Dr. Dröscher, der die Veranstaltung moderierte, stellte fest, dass
viele der Teilnehmer ihr Fach in einer Zeit erlernt haben, in der
Computer noch nicht die Größe eines Taschenbuches hatten und schon gar
nicht selbstverständlich in allen Berufszweigen eingesetzt wurden.
Höchste Zeit für die „PfAu“-Paten also, um sich mit der digitalen
Lebenswelt ihrer Zöglinge vertraut zu machen.
Zwar fordern gegenwärtig nur wenige Handwerksbetriebe eine
Online-Bewerbung, doch die Tendenz zur digitalisierten Bewerbungsmappe
ist eindeutig.
Die großen Handelsketten und auch viele Industrieunternehmen
akzeptieren schon heute keine Papier-Bewerbung mehr.

Online-Bewerbungen bevorzugt

Selbst in vermeintlich weniger medienaffinen Berufen, wie etwa dem der
Einzelhandelskauffrau oder des Einzelhandelskaufmannes sind
Online-Bewerbungen meist höchst willkommen.
„Oft werden in Stellenanzeigen mehrere Möglichkeiten angeboten, doch
auf Nachfrage stellt sich heraus, dass Online-Bewerbungen bevorzugt
werden“, erklärt Ingolf Matz, der – selbst Pate bei „PfAu“ – in
einem interessanten und hilfreichen Vortrag auf den aktuellsten Stand
brachte.
Als ehemaliger Leiter des Logistikbereichs eines großen Unternehmens
ist ihm diese Entwicklung freilich wohl bekannt. „Ich bin seit ein paar
Jahren nicht mehr bei meinem ehemaligen Arbeitgeber beschäftigt und
bekomme diese Entwicklungen kaum mit“, freut sich ein Pate über den
Input. Doch auch Paten, die durchaus regelmäßig mit Online-Bewerbungen
konfrontiert sind, konnten wichtige Tipps für ihre Schützlinge
mitnehmen.
Immerhin können schon vermeintlich unwesentliche Details
Ausschlusskriterien für eine Online-Bewerbung sein. Das intensive
Studium der Online-Bewerbungsunterlagen ist deshalb ebenso wichtig wie
die Vorbereitung. Oftmals wird die Größe der Anlagen begrenzt, die
Dateien sollten als PDF-Dateien erstellt werden, der Dateiname sollte
sprechend sein – und gegebenenfalls sollten eingescannte Dateien
komprimiert werden.

Der gleiche Aufwand

Den Paten wurde vermittelt, dass eine Online-Bewerbung mindestens den
gleichen Aufwand bedeutet wie eine herkömmliche Bewerbung. Im zweiten
Teil des Workshops konnten
die Teilnehmer sich dann selbst austoben.
Christian Hartinger, Leiter des Hauptschulzweiges der GSS – und
ebenso wie Christiane Gassberger für die Schillerschule aktive Stütze
des „PfAu“-Programmes – hatte zwei Testbewerbungen vorbereitet.

Druckfrischer Flyer

„Keine Bewerbung ist ohne Fehler“, gibt Hartinger selbstkritisch zu.
Die suchten die Paten dann auch fleißig.
Als Vorarbeit wurden Fotos in den Lebenslauf eingebaut und Word- in
PDF-Dateien umgewandelt. Nach dieser Vorbereitung ging es an die
Erstellung der Online-Bewerbungen.
Am Ende stand die Vorstellung des neugestalteten, druckfrischen Flyers
und eine offene Aussprache über die Arbeit der Initiative folgte, bevor
die Paten motiviert ins (verspätete) Wochenende gingen.

red

Paten für Ausbildung: E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon
0176/22672235

 
Paten für Ausbildung besuchen Behindertenhilfe
„PfAu“ (Paten für Ausbildung) ist eine in Bensheim und Zwingenberg ansässige Initiative der beiden Städte
zur Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen für Jugendliche. Die ehrenamtlich tätigen Paten
informieren sich mehrmals im Jahr in Betrieben der Region, um Ausbildungsmöglichkeiten für ihre
Schützlinge zu finden.
Mit der Ausdehnung der Betreuung – neben den Hauptschulzweigen der Geschwister-Scholl-Schule und der
Schillerschule sind jetzt auch deren Realschulbereiche dabei – ist auch die Anzahl der relevanten
Betriebe gewachsen.
Führung durch die Werkstatt Die neueste Informationsrunde führte die Paten zu einem der größten
Arbeitgeber in der Region: der Behindertenhilfe Bergstraße („bhb“). Geschäftsführer Christian
Dreiss erläuterte die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und führte zusammen mit dem Werkstattleiter
Stefan Karner die Gruppe durch die Einrichtung.
Neben der Zentrale mit Werkstatt in Bensheim in der Darmstädter Straße sind auch in Lorsch und Fürth
Werkstätten eingerichtet, die über einen modernen Maschinenpark verfügen. Hier werden für namhafte,
zum Teil weltweit operierende Firmen Teile in Kleinserien hergestellt.
Die Behindertenhilfe steht hier im Wettbewerb mit anderen Unternehmen – sowohl qualitativ als auch
preislich. Dabei hat das Unternehmen keinerlei Vorteile. Unter anderem steckt in fast allen Schlössern
der Bahnhofsschließfächer in Deutschland Leistung der Behindertenhilfe.
Das Leistungsspektrum umfasst Metall- und Holzverarbeitung, Montage und Verpackung, Elektromontage,
Küche und Mittagsverpflegung, Wäscherei sowie Garten- und Landschaftspflege. Dabei muss die Entlohnung
der Mitarbeiter mit Behinderung selbst erwirtschaftet werden.
Individuelle Wohnangebote Zusätzlich besteht in den Einrichtungen auch die Möglichkeit, sich
künstlerisch zu betätigen. In den arbeitsbegleitenden Maßnahmen werden die Mitarbeiter mit Behinderung
in Bezug auf ihre künstlerischen Fähigkeiten gefördert. Ob Malen, Musizieren oder Theater spielen
– die verschiedenen Ausstellungen und Auftritte, z. B. beim Festival Vogel der Nacht im Stadtpark
Bensheim, zeugen von der Attraktivität der Angebote. Auch selbsterstellter Weihnachts- und
Gartenschmuck, der unter anderem auf Märkten und in der Zentrale verkauft wird, zeigt die Kreativität
der Menschen.
Ein weiteres großes Arbeitsfeld umfasst die individuellen Wohnangebote für die Menschen mit Behinderung
in der Region Bergstraße. Zur Veranschaulichung beschreibt Leiterin Katja Wirth zwei Wohnformen:
Während beim „stationären Wohnen“ rund um die Uhr Betreuer anwesend sind, werden die Menschen
beim „betreuten Wohnen“ individuell nach Hilfebedarf unterstützt und beraten. 20 Betreuer kümmern sich
um 90 Bewohner dieser (selbst gemieteten) Einrichtungen.
Praktikum für Schüler Seit drei Jahren besteht in der Darmstädter Straße auch die Möglichkeit der
Tagespflege für Schwerst- und Mehrfachbehinderungen. Hier wird Familien Unterstützung und Entlastung
bei der Bewältigung der oftmals hohen alltäglichen Anforderungen und Belastungen geboten. Die zu
pflegenden Menschen werden zu Hause abgeholt und am Ende des Tages wieder heimgebracht.
Für „PfAu“ ist die Möglichkeit eines Praktikums in der Einrichtung von großem Interesse. Hier hätten
Jugendliche die Gelegenheit, gemeinsam mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten.
Auch die Ausbildung zum Sozialassistenten (ein Jahr) als Voraussetzung für den Beruf des Erziehers
(drei Jahre Ausbildung) mit anschließendem Anerkennungsjahr bietet für Jugendliche mit Hauptoder
Realschulabschluss eine gute Perspektive.
Zum Kennenlernen des Umfeldes und der Arbeit mit Behinderten wies Christian Dreiss eindringlich
auf die Möglichkeit hin, in der Einrichtung ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren.

 


 

Paten für Ausbildung: Treffen im Alleehotel EuropaSchulnoten nicht immer ausschlaggebend

Als das Alleehotel Europa 1993 eröffnete und seinen Beinamen erhielt, steckte die europäische Idee
noch in den Kinderschuhen und derEuro war eine schöne Zukunftsvision.
Seither hat sich auch im Hotel einiges getan:
Der Name ist treffender denn je und das Hotel fester Bestandteil im Bensheimer Stadtbild.
Die Paten von „PfAu“ („Paten für Ausbildung“) interessierte bei ihrem Patentreffen vor allem die Ausführungen
von Rainer Jabi zur Ausbildungssituation im Hotel. Für die „PfAu“-Paten ist dabei von Bedeutung,
dass es Ausbildungsmöglichkeiten auch für Hauptschüler gibt.
Bei der dreijährigen Lehre zum Koch etwa stehen nicht die Schulnoten im Mittelpunkt des Auswahlverfahrens,
sondern primär handwerkliches Geschick, eine gute körperliche Verfassung, schnelle Auffassungsgabe,
kalkulatorische Fähigkeiten und Teamfähigkeit.
Ähnliches gilt für die ebenfalls dreijährigen Ausbildungsberufe Restaurantfachmann/-frau Hotelfachmann/-frau.
Erstere Ausbildung ist ebenfalls mit einem Hauptschulabschluss möglich. Die Paten betreuen besonders
Hauptschüler mit ungünstiger Berufsperspektive.
Unterstützung bei Bewerbungen Sie unterstützen bei der Berufsfindung, doch auch ganz konkret bei
der Erstellung von Bewerbungen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.
Zwar ist ein Hauptschulabschluss auch als Voraussetzung für eine Ausbildung zum Hotelfachmann/-frau denkbar,
doch ist „dann die Frage, was man später damit machen kann“, erklärt Rainer Jabi. Daher empfiehlt er
Hauptschülern, sich eher zum Koch oder Restaurantfachmann ausbilden zu lassen,denn „die
Durchlässigkeit der Berufe ist im Hotelgewerbe durchaus gegeben.“
Allen Ausbildungen gemein ist die Ausbildungszeit von maximal drei Jahren, aber auch die Notwendigkeit
eines vorgelagerten Praktikums – sofern dieses nicht bereits in einem ähnlichen Haus absolviert wurde.
„Wir haben im Schnitt etwa drei Praktikanten, aber nie mehr als sechs, denn das würde zu viel werden“,
so Jabi. Schülerpraktika sind in der Regel auf zwei Wochen angelegt und dienen primär der Orientierung der
künftigen Schulabgänger. „So kann der Schüler sehen, ob er überhaupt für eine Tätigkeit im Hotelgewerbe
geeignet ist“, betonte Jabi abschließend.

„Alles erreichbar.“
Die PfAu-Paten zu Gast bei der Rudolph Logistik Gruppe

Was haben Unternehmen wie Volkswagen, Audi, Porsche und BMW gemeinsam? Sie sind alle Autohersteller
natürlich. Sie sind alle deutsche Autohersteller auch klar. Doch es gibt noch mindestens einen weiteren gemeinsamen Nenner: Sie alle nutzen den gleichen Logistik-Dienstleister.
Die Rudolph Logistik Gruppe, mit Hauptsitz im nordhessischen Baunatal, entwickelt und realisiert Logistik-Dienstleistungen für namhafte Unternehmen von Volkswagen über HiPP bis hin zu Continental mit über 36 Standorten von Portugal über Luxemburg bis zu den Vereinten Arabischen Emiraten. Einer der aktuell am stetig wachsendsten Standorte
befindet sich im Lorscher Industriegebiet. Neben dem Distributionszentrum für Freudenberg Technologies finden sich dort das World Distribution Center für Ersatzteile der Motorenwerke Mannheim GmbH (MWM) und das neue Multi-User-Logistikzentrum, das unter anderem für die Unternehmen MWM, Freudenberg, petsPremium und Evonik Technologies tätig ist. Hier arbeiten 250 der insgesamt rund 2.200 kaufmännischen und gewerblichen Mitarbeiter großes Potenzial für die Ausbildung zu und von Fachkräften. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Paten der Initiative

„PfAu“ („Paten für Ausbildung“) ihre Fühler ausstrecken erfolgreich, denn am vergangenen Dienstag  traf man sich

Besichtigung

 bei dem Logistik-Dienstleister zum Patentreffen.
Zwar interessierte dabei auch die Struktur des 1946 gegründeten Unternehmens mit den fünf Geschäftsfeldern Automotive, Systemverkehre, Industrie, Konsumgüter und Fulfillment der Fokus lag jedoch auf dessen Ausbildungssituation.

Bei aktuell 46 Stellenausschreibungen weltweit hofften

die Paten darauf, auch einige ihrer Schützlinge vermitteln

zu können. Denn darum geht es bei „PfAu“: um die Unterstützung von Hauptschülern der

Geschwister-Scholl- und Schillerschule bei
der Suche nach dem geeigneten Berufsbild und eine

erfolgreiche Bewerbung.

Doch auch Unternehmen nehmen die Unterstützung

dankend an

immerhin sind geeignete Ausbildungsanwärter oft rar. Die Rudolph Logistik Gruppe bildet in Lorsch seit dem

vergangenen Jahr zwei Fachkräfte für Lagerlogistik aus. „In diesem Jahr werden es fünf gewerbliche und

kaufmännische Auszubildende sein“, erklärt Bereichsleiter Thorsten Krämer, der den Paten die

Unternehmensstruktur zusammen mit Projektmanager Markus Krumpholz erläuterte. Geplant sind etwa zehn bis

15 Prozent Wachstum.
Für Bewerber mit einem Hauptschulabschluss ist vor allem die Ausbildung zu Fachkräften für Lagerlogistik von

Interesse. In der dreijährigen Ausbildung werden die Anwärter auf die Arbeit in einer der großflächigen Lagerhallen vorbereitet. Die Aufgaben von Lagerlogistikern beinhalten im Wesentlichen die Annahme von Gütern, deren

Kontrolle und sachgerechte Lagerung. Dabei werden Lieferungen und Tourenpläne erstellt, sowie Güter verladen und versendet.
Auch tragen Fachkräfte für Lagerlogistik zur Optimierung logistischer Prozesse bei. Die Aufstiegschancen bei der Rudolph Logistik Gruppe sind dabei denkbar günstig: „Die erste Führungsebene als Teamleiter eines etwa acht- bis zehnköpfigen Teams kann recht schnell erreicht werden“, erklärt Thorsten Krämer. Um ein genaues Bild der Gegebenheiten zu vermitteln, führte er mit Betriebsleiter Sascha Ohl, der seine Karriere bei dem Unternehmen
ebenfalls als Lagerarbeiter begann, die Paten und einige Gäste durch zwei Lagerhallen. In der ersten „Standardimmobilie“, in der unter anderem Güter von petsPremium und Freudenberg lagern, bestaunten die

Besucher einen riesenhaften neuen Kran, der 25 Tonnen zu heben vermag.
Die Herausforderung beim Einbau bestand vor allem darin, die Gewichte des Kranes so zu verteilen, dass der

Boden keinen Schaden nimmt.
In der zweiten Halle, die vollständig als Logistikzentrum der Firma Freudenberg genutzt wird, erläuterte Sascha Ohl die Vorgänge auf den vorhandenen etwa 14.000 Quadratmeter quasi „live“. „Die Arbeiter der letzten Schicht des Tages bereiten gerade die Arbeit für den folgenden Morgen vor.
"Morgens ist hier am meisten los“, erläutert Sascha Ohl. Überall an den Wänden finden sich Tafeln mit dem Motto

des Unternehmens. der Weg manchmal und gerade für Hauptschulabgänger steinig sein mag; mit Willenskraft und Einsatz ist früher oder später alles erreichbar. cm

 


 

 

Unternehmen: Paten für Ausbildung (PfAu) waren zu Gast bei Suzuki / Für technische Berufe zählen praktische Fertigkeiten

mit viel Potenzial BENSHEIM. „Autos!“

 

lautet die  Antwort von 55 Prozent der Jungen zwischen zwei und  zwölf Jahren auf die Frage  nach ihrem Lieblingsspielzeug.
Dies hat  eine  Studie im April 2012 ergeben. Wenn Jugendliche allerdings ihren Schulabschluss machen, sind sie längst keine Kinder mehr.
Und doch ist „was mit Autos“ dann oft noch immer ein Traumberuf.
Da war es naheliegend, dass  die Paten der Ausbildungsinitiative „PfAu“ für das letzte Treffen des Jahres einen Autokonzern ausgewählt hatten.
Und zwar einen, der nicht in einer  Millionenstadt wie Berlin oder München ansässig ist, sondern im Gewerbegebiet Stubenwald.

 Suzuki

 

Persönliche Paten

Und  so traf man sich in Bensheim, um sich über die Firma  Suzuki und deren Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.
Denn darum geht es bei PfAu: Individuelle Paten nehmen Hauptschulabgänger unter ihre Fittiche, indem sie mögliche Berufe vorschlagen und Hilfestellung
beim Zusammenstellen von

Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung von Interviews geben sowie das erste Ausbildungsjahr begleiten. Suzuki ist da ein spannender potenzieller Arbeitgeber. Das verdeutlichte auch Hermann Schönhut, im Unternehmen für den Personalbereich verantwortlich.
Er stellte  den Paten und  Verbindungslehrern der Schiller- und Geschwister-Scholl-Schule, Stadtverordnetenvorsteherin Carola Heimann und Mitarbeitern der „Agentur für Arbeit“ die „Suzuki Motor Corporation“, vor. Deren Firmenhauptsitz befindet sich im japanischen Hamamatsu.
Das weltweit tätige Unternehmen vertreibt seine  Produkte in 196 Ländern und  hat 35 Hauptproduktionsstätten in 24 Ländern und Regionen, Suzuki gliedert sich in die Sparten Automobil, Motorrad und Marine und beschäftigt weltweit aktuell rund 52 000  Mitarbeiter. In  Bensheim sind aktuell etwa 350 Mitarbeiter  (mit  Leiharbeitskräften in  Spitzenzeiten bis zu 450) tätig. Die Zahl der Auszubildenden und Trainees ist allerdings seit dem  Firmenstart der Suzuki International Europe GmbH in Bensheim im Jahr 2003 recht überschaubar. Das Hauptaugenmerk des Unternehmens lag zunächst auf der Neupositionierung der Marke Suzuki auf dem europäischen Markt.
Während 2004 lediglich ein Zweiradmechaniker mit Hauptschulabschluss ausgebildet wurde, stieg die Zahl der Auszubildenden nach einer fünfjährigen Ausbildungspause stetig an.
2009 trat ein zukünftiger Informatikkaufmann (Realschulabschluss) die Ausbildung an, 2011 bereits drei potenzielle Groß- und Einzelhandelskaufleute (Fachoberschul- bzw. Realschulabschluss). Eine weitere Auszubildende zur Groß- und  Einzelhandelskauffrau (Realschulabschluss) folgte in diesem Jahr, in dem zusätzlich ein weiterer Ausbildungsplatz zum Kraftfahrzeugmechatroniker vergeben wurde, über den sich ein Bewerber mit Hauptschulabschluss freuen konnte.
„Im technischen Ausbildungsbereich für Zweiradmechaniker und Kraftfahrzeugmechatroniker werden auch gerne Hauptschüler berücksichtigt, da für Suzuki dort eher praktische Fertigkeiten ausschlaggebend sind“, erklärt Hermann Schönhut. Er berichtete über Pläne, ab dem kommenden Jahr sechs Handelsfachpacker auszubilden – das sind fast so viele Auszubildende, wie zwischen 2004 und 2012 zusammen.
Führung durch das Lager
Ein toller Erfolg auch für PfAu, denn deren Anfrage gab bei Suzuki den Anstoß, die hiesige Ausbildungssituation zu reflektieren. Gut möglich, dass schon beim  nächsten PfAu- Workshop ein Mitarbeiter von Suzuki über die Bewerbungskriterien seines Unternehmens berichten wird – von der Sichtung vollständiger Bewerbungsunterlagen über einen Einstellungstest (Assessment) bis hin zum  entsprechenden Auftritt beim  Bewerbungsgespräch.
Im Anschluss an die Vorstellung des Unternehmens führte Hermann Schönhut die Gäste durch das Lager – und damit zum möglichen Arbeitsplatz einiger PfAu-Schützlinge.
150 000 Artikel – Ersatzteile und  Zubehör – finden dort auf 16 000 Quadratmetern Platz und werden in einer  Wechselschicht von bis zu 150 Mitarbeitern bearbeitet. Hier  werden sicherlich auch die sechs Auszubildenden zum Handelsfachpacker tätig sein. Zum Schluss führte Hermann Schönhut die  Gäste in die hauseigene Werkstatt, wo Autos und Motorräder für unterschiedliche Zwecke, etwa Presseveranstaltungen, Messen oder Ausstellungen, vorbereitet werden.

Geschwister-Scholl-Schule: Workshop der „Paten für Ausbildung“ lieferte wichtige Informationen

Gut gerüstet für die Bewerbung

„Ich   nehme  teil,   weil mich  das  interessiert. Wenn  ich einen  Ausbildungsplatz habe, will ich gut  abschneiden“, meint Marvin energisch. Er ist einer  von zehn Schülern, die am Freitag  und  Sams- tag  freiwillig  „nachsaßen“, anstatt sich direkt nach dem  Unterricht ins Wochenende  zu verabschieden  – und  somit viele  Klischees  über ar- beitsunwillige Hauptschüler wider- legte.  Die Schüler erhofften sich wertvolle Tipps zur Vorbereitung auf das,  was nach der  Schule  kommen soll.
Die  Initiative „Paten für  Ausbil- dung“ (PfAu) hatte zum Workshop in die Geschwister-Scholl-Schule gela- den.  Adressaten waren Hauptschüler auf der Suche nach einem Ausbil- dungsplatz. PfAu hat  sich  zum  Ziel gesetzt hat, Schüler des Hauptschulzweiges bei der Jobsuche und  Be- werbung zu unterstützen.
Jedem in- teressierten und motivierten Schüler wird auf Wunsch ein Pate  zur Seite gestellt, der individuelle Hilfestel- lung bei der Suche  nach einem Ausbildungsplatz leistet und  bei Bewer- bungsfragen erreichbar ist. Ziel war es, die Schüler reale  Bewerbungssinen, „was Profis zu meinem Auftreten  sagen“.
Dieses  Vorhaben begrüßte auch Erster Stadtrat Helmut Sachwitz, der die  Schüler zur  Teilnahme am Workshop beglückwünschte und auf die Chancen einer PfAu-Patenschaft hinwies. Raumausstatter Thomas Rettig erklärte, was aus seiner Sicht von einer gelungenen Bewerbung erwartet wird  –  Vollständigkeit etwa, aber auch Natürlichkeit und   Pünktlichkeit. Bei einem Bewerbungsgespräch legt der  Raumausstatter vor allem  Wert auf Authentizität und Ehrlichkeit.
„Man  sollte  auf  jeden Fall zu dem stehen,  was man macht“, meint Rettig. Auch die persönliche Abgabe der Unterlagen und die spätere Nachfrage zu deren Verbleib begünstigen demnach den po- sitiven Ausgang.
Dabei wurde deutlich, dass es kaum ein allgemeingültiges Vorgehen bei Bewerbungen gibt – was in kreativen Branchen gilt, kann etwa im  handwerklichen Bereich völlig unpassend sein, und umgekehrt. Unterschiede gibt es selbst branchenintern: So fällt dem  einen Personalleiter eine  Bewerbung möglicherweise positiv abhebt oder weil sie handschriftlich verfasst wurde. Für den anderen kann das hingegen ein Ausschlusskriterium sein.  Allen gemeinsam ist jedoch wohl die Erwartung von Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und  Sorgfalt.
Test unter Realbedingungen
Auch die Schüler hatten die Gelegenheit, ihre Erwartungen zu formulieren. Im Anschluss führten die Teilnehmer einen Leistungstest durch, der vom neuen Hauptschulleiter der GSS, Herrn Hartinger, erläutert und überwacht wurde. Die Schüler mussten unter anderem Fragen der Allgemeinbildung und  Mathematik beantworten. Einen  besonders großen  Stellenwert in  dem  dreißigminütigem Test, der ebenfalls unter Realbedingungen durchgeführte wurde, gebührte dem
Bereich „Logisches Denken“.
Das eigentliche Bewerbungsinterview war Thema des zweiten Workshop-Tages. Auch hier wurde viel Wert auf Authentizität gelegt, um den Schülern zu zeigen, was sie in einer tatsächlichen Bewerbungssituation erwartet.  Dabei ging es nicht nur um Inhalte sondern auch um das um das Auftreten der Berufsanwärter.
Und auch hier wurden Unterschiede deutlich: Sakko oder Jackett etwa mögen in einigen Bereichen „over dressed“ wirken; in anderen sind sie Voraussetzung.
Sich  über  die   Gepflogenheiten der jeweiligen Branche zu informieren,  gehört ebenfalls zur  Vorbereitung. Das verdeutlichten auch Bianka Dörsam von der Firma Unilever in Heppenheim und  einige  Mitglieder des Round Table Bensheim, die am Samstag jeweils mit drei Schülern die Interviews durchführten  unter Echtbedingungen, die viele der  Berufsanwärter nachhaltig beeindruckten. In  Gruppen wurden die Interviews im Anschluss ausgewertet.
Dabei ging es erneut keineswegs darum, die Schüler zu diffamieren – vielmehr gaben ihnen die  Profi-Interviewer wertvolle Tipps mit auf den Weg.
Dr. Hans-Jörg Droescher führte die Gruppen schließlich wieder zusammen, um das Erlebte im Plenum auszuwerten. Den Teilnehmern werden  Zertifikate ausgehändigt  ein weiteres Dokument für das  Bewerbungsportfolio der Hauptschüler. So vorbereitet sind die Schützlinge gut gerüstet für eine erfolgreiche Bewerbung.

Geschwister-Scholl-Schule: Workshop der „Paten für Ausbildung“ lieferte wichtige Informationen

Gut gerüstet für die Bewerbung
„Ich   nehme  teil,   weil mich  das  interessiert. Wenn  ich ei- nen  Ausbildungsplatz habe, will ich gut  abschneiden“, meint Marvin energisch. Er ist einer  von zehn Schülern, die am Freitag  und  Sams- tag  freiwillig  „nachsaßen“, anstatt sich direkt nach dem  Unterricht ins Wochenende zu  verabschieden  – und  somit viele  Klischees  über ar- beitsunwillige Hauptschüler wider- legte.  Die Schüler erhofften sich wertvolle Tipps zur Vorbereitung auf das,  was nach der Schule  kommen soll.
Die  Initiative „Paten für  Ausbildung“ (PfAu) hatte zum Workshop in die Geschwister-Scholl-Schule geladen.  Adressaten waren Hauptschüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. PfAu hat sich zum Ziel gesetzt hat, Schüler des Hauptschul- zweiges  bei  der  Jobsuche und  Be- werbung zu unterstützen. Jedem interessierten und motivierten Schüler wird auf Wunsch ein Pate  zur Seite gestellt, der individuelle Hilfestellung bei der Suche  nach einem Ausbildungsplatz leistet und bei Bewerbungsfragen erreichbar ist. Ziel war es, die Schüler reale Bewerbungssitationen, „was Profis zu meinem Auftreten  sagen“. Dieses  Vorhaben begrüßte auch Erster  Stadtrat Helmut Sachwitz, der  die  Schüler zur Teilnahme am Workshop beglück- wünschte und auf die Chancen einer PfAu-Patenschaft hinwies. Raumausstatter Thomas Rettig erklärte, was aus seiner Sicht von einer gelungenen Bewerbung erwartet wird – Vollständigkeit  etwa, aber auch Natürlichkeit und   Pünktlichkeit. Bei einem Bewerbungsgespräch legt der  Raumausstatter vor allem  Wert auf Authentizität und Ehrlichkeit.
„Man  sollte  auf  jeden Fall zu dem stehen,  was man macht“, meint Rettig. Auch die persönliche Abgabe der Unterlagen und die spätere Nachfrage zu deren Verbleib begünstigen demnach den positiven Ausgang.
Dabei  wurde deutlich, dass es kaum ein allgemeingültiges Vorgehen bei Bewerbungen gibt – was in kreativen Branchen gilt, kann etwa im handwerklichen Bereich völlig unpassend sein,  und  umgekehrt. Unterschiede gibt es selbst branchenintern: So fällt dem  einen Personalleiter eine  Bewerbung möglicherweise abhebt oder weil sie handschriftlich verfasst wurde. Für den anderen kann das  hingegen ein Ausschlusskriterium sein.  
Allen gemeinsam ist jedoch wohl die Erwartung von Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und  Sorgfalt.

Test unter Realbedingungen
Auch  die  Schüler hatten die  Gelegenheit, ihre Erwartungen zu formulieren. Im Anschluss führten die Teilnehmer einen Leistungstest durch, der vom neuen Hauptschulleiter der GSS, Herrn Hartinger, erläutert und überwacht wurde. Die Schüler mussten unter anderem Fragen der Allgemeinbildung und Mathematik beantworten. Einen  besonders großen  Stellenwert in  dem  dreißigminütigem Test, der ebenfalls unter Realbedingungen durchgeführte wurde, gebührte dem  Bereich „Logisches Denken“. Das eigentliche Bewerbungsinterview war Thema des zweiten Workshop-Tages. Auch hier wurde viel Wert auf Authentizität gelegt, um den Schülern zu zeigen, was sie in einer  tatsächlichen Bewerbungssituation erwartet.  Dabei ging es nicht nur um Inhalte sondern auch um das Auftreten der Berufsamwärter.
Auch hier wurden Unterschiede deutlich: Sakko  oder Jackett etwa mögen in einigen Bereichen „over- dressed“ wirken; in anderen sind sie Voraussetzung.
Sich über die  Gepflogenheiten der jeweiligen Branche zu informieren, gehört ebenfalls zur Vorbereitung.
Das verdeutlichten auch Bianka Dörsam von der Firma Unilever in Heppenheim und einige Mitglieder des Round Table Bensheim, die am Samstag jeweils mit drei Schülern die Interviews durchführten – unter Echtbedingungen, die viele der  Berufsanwärter nachhaltig beeindruckten.
In  Gruppen wurden die Interviews im Anschluss ausgewertet. Dabei ging es erneut keineswegs darum, die Schüler zu diffamieren – vielmehr gaben ihnen die Profi-In- terviewer  wertvolle Tipps mit auf den Weg.
Dr.  Hans-Jörg Droescher führte die Gruppen schließlich wieder zusammen, um das Erlebte im Plenum auszuwerten. Den Teilnehmern werden Zertifikate ausgehändigt  – ein  weiteres Dokument für das  Bewerbungsportfolio der  Hauptschüler.  So vorbereitet sind die  PfAu-Schützlinge gut gerüstet für eine erfolgreiche Bewerbung.

Bildung: Die Heppenheimer „Paten für Ausbildung“ waren zu Gast bei Unilever-Langnese

„PfAu“-Paten informieren sich in der Eisfabrik

Trotz Hitze hatten die „Paten für Ausbildung“ („PfAu“) bei ihrem Besuch bei Unilever-Langnese in Heppenheim keine Eiscreme-Kostproben im Sinn. Vielmehr wollten sie möglichst viele Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten
einholen, etwa zum Maschinen und Anlagenführer mit Schwerpunkt Lebensmitteltechnik oder zum Kaufmann für Bürokommunikation.
Beide Ausbildungsberufe ermöglicht der Lebensmittelfabrikant auch Hauptschülern. Statt der angekündigten
Werksführung musste jedoch ein Film über die Eisproduktion am Standort genügen – denn die Fließbänder
– sonst werktags permanent in Bewegung – standen ausgerechnet an diesem Abend still. Bianka Dörsam, zuständig für die Rekrutierung von Auszubildenden, belieferte die Paten kompetent mit allen notwendigen Informationen. Etwa, dass sich zu den 748 Mitarbeitern 48 Auszubildende gesellen etwa, die zunächst bei einem Test und anschließend durch ein Assessment-Center ermittelt werden. „Von Vorteil ist, wenn man zuvor ein Praktikum absolviert hat. Auch soziales Engagement ist hilfreich. Besonders wichtig ist aber das Anschreiben in der Bewerbungsmappe“,so Dörsam. Anschließend referierte Norbert
Schultze, Projektkoordinator beim Bildungswerk der hessischen Wirtschaft in Darmstadt, über das Kompetenzfeststellungsverfahren „Kom-Po 7“. Diese dreitägige Potenzialanalyse wird seit einigen Jahren zur
Feststellung methodischer, personaler und sozialer Kompetenzen in siebten und achten Hauptschulklassen
durchgeführt und ist damit von großer Bedeutung für die Paten.
„Unilever-Langnese“ ist eines von vielen Unternehmen an der Bergstraße, die mit Hilfe der Ausbildungsinitiative
„PfAu“ geeignete Auszubildende suchen. Zielgruppe sind primär Hauptschüler, deren Start in ein erfolgreiches Berufsleben
sich als problematisch abzeichnet.
Die „PfAu“-Paten stehen den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite.
Sie verfügen meist über langjährige Berufserfahrung und geben wertvolle Hilfestellungen an die Jugendlichen weiter. Der Schwerpunkt liegt auf der Berufsfindung.
So begleiten die Paten die zukünftigen Auszubildenden von der grundsätzlichen Berufswahl über die Erstellung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen. Dabei werden auch Fachstellen der Jugendarbeit
eingebunden. Auch im ersten Ausbildungsjahr werden die Jugendlichen nicht allein gelassen.
Die Berufsanfänger werden unterstützt, ohne dass ihnen Verantwortung genommen wird – denn Motivation
und aktive Mitarbeit sind Voraussetzung.

Presse 2012

Als nächstes Projekt ist ein Schülerworkshop zum Thema „Bewerbung“ geplant.


Ausbildungspaten waren zu Gast bei Firma Synventive

Bensheim. Was macht eine Firma und welche Ausbildungsmöglichkeiten bietet sie an? Das sind die zentralen Fragen,
die für die Akteure der Ausbildungsinitiative "PfAu" (Paten für Ausbildung) der Städte Bensheim und Zwingenberg
bei ihren Unternehmensbesuchen im Mittelpunkt stehen. Am Dienstag waren sie zu Gast bei der Synventive
Fertigungstechnik GmbH in der Rudolf-Diesel-Straße in Bensheim. Die Firma ist ein weltweit tätiger Heißkanalhersteller
mit Produktionsstätten in Amerika, Europa und Asien sowie Niederlassungen und Vertretungen in über 25 Ländern.
Einen Einblick in das Unternehmen gab Betriebsleiter Stephan Jost in einer Präsentation. Anschließend führte er mit
Thomas Ergler (rechts), dem Abteilungsleiter Fertigung, und Personalleiter Harald Bletzer die Gäste durch die
Produktionshallen.

Paten für Ausbildung Bensheim/Zwingenberg informierten sich bei Holzbau Wilch

Talent vorhanden, Durchhaltewille fehlt
Einigermaßen gut rechnen sollte so ein Auszubildender schon können. Und noch dazu sportlich – und möglichst
schwindelfrei – sein. Auch räumliches Vorstellungsvermögen sollte der künftige Azubi – oder die „Azubine“ – mitbringen.
Die „zwei linken Hände“ müssen indessen zu Hause bleiben.
Und wer angesichts einer bevorstehenden Aufgabe in der Lage ist, zumindest eine können noch junge Burschen gebrauchen.“
Aber er weiß auch, dass der Beruf auf der Beliebtheitsskala nicht eben ganz oben rangiert – ein Zimmermann muss immer raus, wenn es heiß oder kalt ist, wenn es regnet oder schneit. Auf der anderen Seite hat sich das Berufsbild gewandelt,

Holzbau Wilch

ist moderner und vielseitiger geworden.
Die Akteure von Paten für Ausbildung (PfAu) Bensheim/Zwingenberg statteten dem Zwingenberger Familienunternehmen
HolzbauWilch einen Besuch ab und wurden von Chef Johannes Wilch informiert.
Lösungsidee zu entwickeln, den kann man brauchen.
Für Diplom-Ingenieur Johannes Wilch vom Traditionsunternehmen Holzbau Wilch in Zwingenberg ist das Lehrlingsproblem
mal ein kleineres und mal ein größeres.
Im vergangenen Jahr stellten sich in dem Handwerksbetrieb, der 1989 in die alte Obst- und Gemüsemarkthalle
am Bahnhof umgezogen ist, zehn Bewerber für einen Ausbildungsplatz zum Zimmerer vor. Eingestellt hat

Wilch zwei. In diesem Jahr ist die Nachfrage mau. „Wir können noch junge Burschen gebrauchen.“
Aber er weiß auch, dass der Beruf auf der Beliebtheitsskala nicht eben ganz oben rangiert – ein Zimmermann muss immer
raus, wenn es heiß oder kalt ist, wenn es regnet oder schneit. Auf der anderen Seite hat sich das Berufsbild gewandelt,
ist moderner und vielseitiger geworden.Die Akteure von Paten für Ausbildung (PfAu) hörten gut zu.
Sie statteten dem 15 Mann/Frau-Betrieb einen Besuch ab, um sich über Chancen und Möglichkeiten für den Einstieg von
Hauptschülern zu informieren. Was sie vom Chef des Familienunternehmens über die Ausbildungssituation
zu hören bekamen, machte ihnen einerseits Mut, andererseits brachte es sie auf den Boden der Tatsachen zurück.
Zum einen: Ein Hauptschulabschluss ist kein Hindernis auf dem Weg zum Beruf des Zimmerers. Zum anderen ist die
Erfolgsquote bei den Junghandwerkern relativ gering. „Es gibt mehr Abbrecher, als mir lieb ist.
Früher war das anders“, berichtet Johannes Wilch von seinen Erfahrungen.
Und bemängelt, dass die Jugendlichen zu schnell die Flinte ins Korn werfen oder sogar einfach schwänzen.
Viele von ihnen hätten durchaus Talent, seien handwerklich geschickt und auch körperlich geeignet.
Dass sie sich trotzdem schnell wieder verabschieden, führt der Chef des Handwerksbetriebs nicht auf mangelnde Bildung,
sondern auf fehlendes Interesse und geringe Motivation zurück. „Die Eltern müssten sich mehr um ihre Sprösslinge kümmern.
Aber oftmals wissen sie gar nicht, was diese tun.“
Die Begabten sind schnell weg
Bevor sich der Chef für einen Azubi entscheidet, muss dieser erst mal eine zweiwöchige Probezeit überstehen.
Eine Möglichkeit, den Beruf des Zimmerers einmal hautnah kennenzulernen, sind Schulpraktika.
Zurzeit beschäftigt Wilch fünf Azubis vom ersten bis zum dritten Lehrjahr. Mädchen sind nicht darunter.
Allerdings bildet der Zwingenberger Handwerksbetrieb auch in den kaufmännischen Berufen aus.
Und hier hat zum zweiten Mal hintereinander eine junge Frau den Ausbildungsplatz bekommen.
Ob er denn den einen oder anderen der jungen Leute nach beendeter Lehre übernimmt, will einer der Paten
von Johannes Wilch wissen. Die Antwort überrascht: Er würde gerne, aber die wirklich Begabten wollen schnell
weiterkommen, ihre Meisterprüfung machen, weiter die Schule besuchen – oder es zieht in ferne Länder.
Beispielsweise nach Kanada. Dorthin geht einer seiner der Auszubildenden demnächst, um seinen Beruf auszuüben. gs


Ausbildungs - Paten besuchten Hotel

Hauptschülerinnen und Hauptschüler sind überproportional stark von Jugendarbeitslosigkeit
bedroht. PfAu – Paten für Ausbildung
– ist eine Initiative, die diesen Jugendlichen bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle zur Seite stehen.
Am Dienstag besuchten die Paten das Parkhotel Krone in Auerbach.
Bei Frank Hasenberg, Direktor des Best Western Hotels, informierte man sich über die Ausbildungsmöglichkeiten im Hotel und bekam gleichzeitig einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Hotelbetriebes geboten.

Paten besuchen Hotel


Arbeitsmarkt:

Paten für Ausbildung Bensheim/Zwingenberg auf Stippvisite bei der BRAIN AG / Schulamt stellte Konzept der Mittelstufenschule vor

Dickes Lob für die Akteure von PfAu

Zugegebenermaßen gehören die Schülerinnen und Schüler, die die Paten für Ausbildung
(PfAu) Bensheim/Zwingenberg klassischerweise betreuen, nicht zu dem Personenkreis, der bei der BRAIN AG anheuert: Ein Drittel der über 80 Beschäftigten des „Biotechnology Research And Information Networks“ trägt einen Doktortitel, ein weiteres Drittel hat einen Ingenieurgrad in Biologie oder Chemie erworben – und beim verbleibenden Mitarbeiter-Drittel handelt es sich um Absolventen von Lehrberufen wie dem des Biologielaboranten, der allerdings zu über 90 Prozent von
Abiturienten ergriffen wird.
Hauptschüler, wie es die eher schwer in den Arbeitsmarkt zu vermittelnden „Patenkinder“ der ehrenamtlich tätigen PfAu-Akteure sind, finden sich auf der Gehaltsliste der BRAIN AG nicht – und trotzdem unterstützt das Unternehmen die Initiative derer, die sich mit großem Engagement darum kümmern, dass von Jugendarbeitslosigkeit gefährdete, aber dennoch ausbildungswillige junge Menschen Ausbildungsplätze erhalten.

Presse

Dr. Martin Langer, Öffentlichkeitsarbeiter des Biotech-Unternehmens, hatte PfAu Bensheim/Zwingenberg
am Dienstagabend in das industriedenkmalgeschützte Bauhaus-Gebäude an der Darmstädter Straße eingeladen, um mit einem
„Parforceritt“ durch das, was landläufig als „Genforschung“ bezeichnet wird, dem höchst interessierten
Publikum zu erläutern, was die BRAIN AG macht. Der Kontakt war durch FDP-Stadtrat Wolfgang Becker zustande gekommen
– Becker ist Mitglied der örtlichen PfAu-Initiative, die in regelmäßigen Abständen Unternehmensbesuche

absolviert. Er hatte den für „Corporate Development“ (= strategische Unternehmensentwicklung) zuständigen Martin Langer dazu angeregt, den Paten für Ausbildung sein Unternehmen zu präsentieren – und der hatte sehr gerne zugesagt und war
am Ende der gut dreistündigen Veranstaltung voll des Lobes für PfAu: „Ihr persönliches Engagement für jeden einzelnen Schüler finde ich begeisternd und unterstützenswert.“
Schließlich gebe es in Deutschland nur „eine einzige Ressource“, so Langer, „und das ist die humane Ressource“.
Die „menschliche Innovationskraft“ sei es, die gefördert werden müsse. Langer: „Ich bin davon überzeugt, dass auch die
Hauptschule viel Potenzial hat.“ Bewirtet mit einem „Zwingenberger Biotech-Produkt“ – einem „Granit“ des Weinguts Simon-Bürkle – hatten die Paten für Ausbildung zuvor einen guten Einblick in das Unternehmen BRAIN im Speziellen und einen guten Überblick über die Branche im Allgemeinen erhalten.
Langer präsentierte zwar – wie bei der (nicht börsennotierten) BRAIN AG üblich – keine Umsatzzahlen, verriet aber, „dass wir Jahr für Jahr Beum 30 Prozent profitabel wachsen“.
Die Zahl der hoch qualifizierten Arbeitsplätze sei alleine in diesem Jahr um zehn gestiegen.
Äußerst erfolgreich am Markt platziert hat sich das Unternehmen unter Leitung seiner Gründer Dr. Holger Zinke (Vorstandsvorsitzender) und Dr. Jürgen Eck (Forschungsvorstand) unter Anwendung „des Werkzeugkastens der Natur“.
Im Auftrag beziehungsweise in Kooperation mit vorwiegend Chemieunternehmen – die Referenzliste von BRAIN liest
sich wie ein „Who’s Who“ weltweit erfolgreicher Branchenvertreter – wird in Zwingenberg im Bereich der „weißen Biotechnologie“ geforscht.
Verbesserte Flugzeugenteisungsmittel, Süßstoffe oder Waschmittel sind Beispiele für Endprodukte, an deren Entwicklung
die Biotechnologen mitwirken. Über 60 gelungene Kooperationen „Wir beschäftigen uns mit der Biologisierung der Industrie“, fasste Langer zusammen – und das ganz offenkundig sehr erfolgreich: die BRAIN AG kann auf über 60 gelungene Kooperationen zurückblicken. Künftig will das Unternehmen sich nicht mehr nur auf Forschung beschränken, sondern mit einem Partner auch produzieren. Langer ließ keinen Zweifel daran, dass die Biotech Biotechnologie eine Zukunftstechnologie
ist: „Wenn Schülergruppen bei uns zu Gast sind, dann werden wir nicht müde zu betonen, dass es sich hierbei
um ein Tummelfeld handelt, bei dem niemand Angst haben muss, abgewickelt zu werden“.
Vorausgesetzt, die Unternehmen agieren geschickt am Markt – die BRAIN AG tut das seit 1993, seit 1996 am Standort Zwingenberg. Dort setzt man auf Expansion: Für insgesamt 150 Mitarbeiter ist Raum vorhanden.

Zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf

Die Paten für Ausbildung (PfAu) Bensheim/Zwingenberg und die Repräsentanten des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Bergstraße und den Odenwaldkreis waren sich einig:
Auch nach Einführung der Mittelstufenschule wird es Menschen geben müssen, die sich über die ureigensten Akteure des Bildungsbetriebs hinaus um Schülerinnen und Schüler kümmern, die schlechte Startchancen erwischt haben.
Das Zusammenführen von Haupt- und Realschulzweig in den Klassen 5 bis 7 und die verstärkte Kooperation der
allgemeinbildenden mit den berufsbildenden Schulen, wie es ein Konzept der Landesregierung vorsieht,
wird die Ehrenamtlichen von PfAu nicht „arbeitslos“ machen.
Leitende Schulamtsdirektorin Dr. Frida Bordon und Schulamtsdirektor Dieter Thie waren am Dienstagabend zum Unternehmensbesuch von PfAu bei der BRAIN AG nach Zwingenberg gekommen, um die Mittelstufenschule vorzustellen.
Mit der Neuausrichtung soll auf die zurückgehenden Schülerzahlen in der Hauptschule reagiert werden – einem Schulzweig, der bei Erziehenden und Ausbildungsbetrieben immer weniger Akzeptanz findet.
Die Mittelstufenschule soll in den Einstiegsklassen zunächst nicht nach Haupt- und Realschülern unterscheiden,
um allen Absolventen dieselben Bildungschancen zu bieten.
Die Differenzierung erfolgt dann ab der achten Klasse. Überdies soll eine klare Ausrichtung auf die Vermittlung der
Schüler in Ausbildungsberufe erfolgen.
„Wir befinden uns in einer spannenden Transformationsphase von einem drei- zu einem zweigliedrigen Bildungssystem“,
beschrieb Dr. Frida Bordon den aktuellen Prozess und bescheinigte der neuen Mittelstufenschule „Innovationspotenzial“.
Würde diese Schulform etabliert werden können, böte sich die Chance, schwer in den Ausbildungsmarkt zu vermittelnden
Schülern „Warteschleifen“ zu ersparen. Die Chancen der Betroffenen könnten sich durch eine längere Verweildauer in der
Schule und eine Integration in klaren Konzepten der Berufsförderung an den Schulen verbessern.
Trotzdem brauche es auch künftig „zur Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf“, nahm Frau Bordon die Gemeinwesen mit
in die Pflicht. Ihr Kollege Dieter Thie ergänzte: „Wir werden künftig mehr denn je auf Kooperationen von Schulen mit
Initiativen wie Paten für Ausbildung setzen.“
Erziehung und Bildung des Nachwuchses müsse als gesamtgesellschaftlicher Auftrag verstanden werden und könne nicht
nur den Schulen überlassen bleiben, waren sich die Diskutanten einig.
Leitende Schulamtsdirektorin Dr. Frida Bordon bedankte sich vor diesem Hintergrund ausdrücklich bei den ehrenamtlichen
Paten für Ausbildung für deren großes Engagement.
Im Frühjahr soll der Diskurs zwischen PfAu Bensheim/Zwingenberg und dem Schulamt fortgesetzt werden.


Aubildungsinsitiative:

Informationen über neue Pläne aus Wiesbaden beim PfAu-Workshop

50 Schüler werden pro Jahr betreut Paten dürfen sagen, wo der Schuh drückt

"Paten kann man nie genug haben." Dr. Hans-Jörg Droescher, Erika Zappen und Wolfram Pönitz, die von Anfang an der Initiative für Ausbildungs- und Praktikumsplätze (PfAu) angehören, wissen, wovon sie sprechen. Oftmals kümmern sich engagierte Paten um bis zu sieben Problemschüler gleichzeitig, motivieren sie, sprechen ihnen Mut zu, beteiligen sich aktiv am Schulleben und halten Kontakt - und versuchen, die Jugendlichen fit für die Suche nach einer geeigneten Lehrstelle zu machen.
Auch Paten müssen ab und an Erfahrungen austauschen, sich neue Informationen holen, weiterbilden und sagen, wo der Schuh drückt. Zum Jahres-Workshop im Feuerwehrstützpunkt begrüßte Stadtrat Matthias Schimpf am Freitag Patinnen und Paten der Städte Bensheim, Zwingenberg, Lorsch und Einhausen, Fritz Eberhardt von der Geschwister-Scholl-Schule, Christiane Gassberger von der Schillerschule, Christine Schäfer von der Agentur für Arbeit sowie Teamleiter Armin Zeißler von der Verwaltung.
Informationen über Förderprogramme der Arbeitsagentur, Beratungsmöglichkeiten in den Haupt- und Realschulen, sowie das Konzept der Landesregierung, Haupt- und Realschüler der Stufen 5 bis 7 ab 2012 gemeinsam in einer Mittelstufenschule zu unterrichten, standen im Fokus der Veranstaltung. Fritz Eberhardt, Schulleiter des Hauptschulzweigs der GSS, erläuterte die Pläne aus Wiesbaden, wonach den Schulen die Entscheidung selbst überlassen bleibt, ob sie die neue Schulform einführen. Der Kreis Bergstraße als zuständiger Schulträger hingegen favorisiere eine einheitliche und flächendeckende Zusammenlegung, um möglichen Abwanderungen entgegen zu treten und einen "Flickenteppich" zu vermeiden.
Dr. Ute Weber-Schäfer, die erst vor kurzem als Patin zur Initiative gestoßen ist, referierte darüber ob und wie Coachingmethoden im Patengespräch hilfreich sein können. Dr. Droescher schließlich ermunterte die Patinnen und Paten aus ihrem Erfahrungsschatz heraus Negatives und Positives zur Diskussion zu stellen.
Kappe ab, Kaugummi raus, Knopf aus dem Ohr und Handy aus -
so lauten die vier Grundregeln, welche Paten ihren Schützlingen als Erstes beibringen. Denn, wer einen Ausbildungsplatz sucht und sich bewirbt, sollte auf Äußerlichkeiten achten und einen guten Eindruck hinterlassen. Die erste Begegnung kann entscheidend sein. "Wir müssen den Schülern gewisse Formalien vermitteln und versuchen, dass sie die Stolpersteine umgehen", war die einhellige Meinung.
Pünktlichkeit ist wichtig
Immens wichtig sei es, den Schulabgängern beizubringen, dass Verlässlichkeit und die Einhaltung von Terminen Grundvoraussetzung für eine erfolgsversprechende Betreuung - und für eine erfolgreiche Bewerbung ist. Ab dem 8. Hauptschuljahr nehmen Paten die Jugendliche unter ihre Fittiche. In den sechs Jahren ihres Bestehens ist die Ausbildungsinitiative zu einem Netzwerk, einer Brücke zur Ausbildung und Arbeit geworden. Als zwei "Vorzeigebetriebe", neben anderen, wurden die Firma Herbert in Bensheim und die Firma Vogel in Zwingenberg hervorgehoben. Viele Mittelständler vwenden sich ganz gezielt an PfAu und bieten freie Lehrstellen an. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass die betreuten jungen Leute in der Lehre wissen, wo es langgeht und was für sie wichtig ist.
Wolfram Pönitz gab einen Einblick in die Arbeit von PfAu. Jährlich beteiligen sich etwa vierzig bis fünfzig Schüler der Bensheimer und Lorscher Hauptschulen und Jugendliche aus anderen sozialen Bereichen, wie Neue Wege/Jobcenter. Die Vermittlungserfolge direkt in die Ausbildung liegen bei etwa sechzig Prozent. Die übrigen Jugendlichen gehen über Berufsfachschulen, Fördermaßnahmen, oder Langzeitpraktiken, in die Ausbildung.
Und noch etwas: Immer mehr gute Hauptschüler wenden sich an die Paten und vertrauen auf deren Hilfe und gute Kontakte. gs

Bergsträßer Anzeiger
11. Mai 2010


Ausbildung:

Im Heppenheimer Job-Center war gestern Azubitag mit zahlreichen Infoständen und Ansprechpartnern für Jugendliche.
Ein Tag, der Mut machen soll.

Zurzeit besucht Hüseyin die Hauptschule. Aber er will seinen Realschulabschluss und dann eine handwerkliche Ausbildung machen. "Am liebsten will ich später zur Bundeswehr", sagt der 15-Jährige aus Bensheim. Gestern ist er seinem Ziel einen Schritt nähergekommen: Er hat sich beim Azubitag im Heppenheimer Job-Center über seinen Traumberuf und den Weg dorthin informiert.
Einen solchen Azubitag hat "Neue Wege", der Hartz-IV-Eigenbetrieb des Kreises, gestern zum ersten Mal organisiert. Eingeladen waren 1300 Jugendliche aus dem gesamten Kreis Bergstraße, die entweder selbst im Leistungsbezug sind oder deren Eltern Hartz IV bekommen und die noch nicht genau wissen, wie es nach der Schule weitergeht. "Die meisten haben ihre Ausbildungsentscheidung schon getroffen, viele sind aber auch noch auf der Suche nach einer geeigneten Stelle", sagte Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz.
Ausbildung erst mit 19
Neben den beruflichen Schulen und den Jobcentern des Kreises standen 15 weitere Ansprechpartner den Jugendlichen Rede und Antwort, darunter das Diakonische Werk und der Caritasverband, das Berufsbildungszentrum und die ehrenamtlichen Initiativen "Strahlemann" und "PfAu".
"Junge Menschen kommen heute immer später in Ausbildung, im Durchschnitt erst mit 19 Jahren. Der Azubitag soll ihnen Mut machen. Niemand muss Angst vor dem Ausbildungsmarkt haben", sagte der Betriebsleiter von Neue Wege, Rainer Burelbach.
Statistisch gesehen ist die Suche nach einem Ausbildungsplatz sogar leichter geworden: Gab es in der Vergangenheit stets weniger Lehrstellen als Bewerber, hat sich das Verhältnis mittlerweile ins Gegenteil verkehrt. In Südhessen liegt die Zahl der Ausbildungsplätze seit Jahren konstant bei 6000, während die Zahl der Anwärter sinkt - nicht zuletzt deshalb, weil sich nur noch ein Drittel aller Schulabgänger überhaupt für das Duale System entscheidet. Noch einmal 20 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Lehre ersatzlos ab.
Im Kreis Bergstraße wurden im vergangenen Jahr laut IHK 623 Ausbildungsverträge geschlossen, davon 511 im kaufmännischen und 112 im gewerblich-technischen Bereich. 77 Jugendliche hat Neue Wege in Ausbildung, 176 in Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt. Am Ende des Jahres wurden noch acht junge Menschen verzeichnet, die nicht in Ausbildung oder einer Maßnahme waren - im Landesvergleich eine gute Zahl, die auch in diesem Jahr erreicht werden soll, so Metz.
Dazu beteiligen sich Neue Wege und die Jugendhilfe des Kreises an der "OloV"-Initiative ("Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit"), die den Ausbildungsmarkt in den Mittelpunkt rückt.
Dem 15-jährigen Hüseyin hat der Azubitag jedenfalls weitergeholfen: "Ich weiß jetzt, dass ich nach der Schule verschiedene Möglichkeiten habe. So hat mir der Azubitag auf jeden Fall etwas gebracht." rk

Bergsträßer Anzeiger
16. April 2010

Paten für Ausbildung:

Akteure von PfAu Bensheim/Zwingenberg auf Stippvisite bei der PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH

"Am Anfang meiner Karriere stand ein Hauptschulabschluss." Mit diesen Mut machenden Worten begrüßte der Geschäftsführer der Firma PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH, Klaus Dickhoff, die Männer und Frauen von PfAu (Paten für Ausbildung) im Stammsitz des mittelständischen Unternehmens. Sein Unternehmen ist "überall dort vertreten, wo Wasser gebraucht wird".

Das ist in Ostdeutschland der Fall, aber auch in der Türkei, in Rumänien, Saudi Arabien, dem Jemen, Turkmenistan und in Aserbaidschan. Die Leistungen des Generalunternehmers reichen von der Planung, dem Materialankauf, bis zur Realisierung und - auf Wunsch der Auftraggeber -, dem Betreiben von Trinkwasser-, Abwasser- und Industriewasseraufbereitungsanlagen.

"Unser Kunde hat ein Problem - und wir lösen es", umschreibt Dickhoff den Aufgabenbereich des hoch qualifizierten Mitarbeiterstabs, der sich nicht mit Produkten von der Stange abgibt. Dass man PWT in der Branche deshalb als "Problemlöser" bezeichnet, motiviere nicht nur die Geschäftsleitung, sondern das ganze Team. Neben dem Firmensitz in Zwingenberg, hat das Unternehmen Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf und Leipzig.
Warum ausgerechnet Zwingenberg, möchte einer der ehrenamtlich tätigen Paten wissen. Die Antwort fällt kurz und bündig und schlüssig aus: Bis zum Flughafen nach Frankfurt sind es gerade einmal 45 Kilometer. Und Fliegen ist für die Mitarbeiter so etwas wie ihr tägliches Brot. Deutschlandweit arbeiten für PWT 111 Ingenieure, Techniker, kaufmännische Angestellte und Facharbeiter.

 

vom Hauptschüler zum Geschäftsführer
Voraussetzung bei allen Mitarbeitern, inklusive Empfang und Bürokräfte, ist ein perfekter Umgang mit der englischen Sprache. "Wir wollen, dass unsere Beschäftigten nicht nach ein paar Jahre wieder gehen. Wir wollen sie möglichst lange behalten", erläuterte Dickhoff die Firmenstrategie, wonach Mitarbeiter nach ihrer Einarbeitungsphase mit ihren Familien an die Bergstraße ziehen sollten und hier ihren Lebensmittelpunkt finden.
Millionen teure Projekte
"PWT ist in der Türkei oder Rumänien bekannter als in Deutschland", informierte der Geschäftsführer die Besucher, obwohl man derzeit am Bau des größten Kohlekraftwerk Europas in Datteln arbeite. Andere Projekte der in Zwingenberg ansässigen Firma für Wassertechnik sind oder waren eine 150 Millionen teure Kläranlage in Ankara, eine Großkläranlage in Istanbul, eine Meerwasserentsalzungsanlage in Saudi Arabien und EON-Bauvorhaben in Rumänien. Stadtrat Wolfgang Becker, der als Mitglied des Magistrats enge Verbindungen zu PfAu hält, hatte den Kontakt mit Unternehmen hergestellt und übermittelte die Grüße der Stadt.

Bergsträßer Anzeiger
19. März 2010

Ausbildungsinitiative: Ehrenamtliche Paten trafen sich bei der Firma Daum GmbH

In Jogginghosen hat man keine Chance

BENSHEIM. Regelmäßige Patentreffen bei Unternehmen und Betrieben bieten der städtischen Ausbildungsinitiative
„PfAu“ eine gute Gelegenheit, Informationen zu Ausbildungsberufen aus erster Hand zu erhalten.
Jüngster Gastgeber für die ehrenamtlich tätigen Paten war der an der Schwanheimer Straße in Bensheim
ansässige Fachbetrieb für Heizung und Sanitär, die Daum GmbH, wo Ingolf Matz die zahlreich erschienenen
Paten begrüßte und der Familie Ott für die Gastfreundschaft dankte.
1927 von Philipp Daum, einem Pionier der Ölbrennertechnik gegründet, liegt der Fachbetrieb heute
in den Händen von Firmenchef Peter Ott, der 1964 im Alter von 13 Jahren als Lehrling in den Betrieb kam.
Inzwischen ist auch sein Sohn Andreas als Juniorchef in Verantwortung, insbesondere für den Ausbildungsbereich

Ab September wird sich Andreas Ott wieder um vier Auszubildende kümmern, um damit auch die künftige Leistungsfähigkeit
des Unternehmens sicherzustellen.
Der Fachkräftemangel in der Branche ist spürbar, das beweist auch die bisher erfolglose Suche nach einem
Elektriker. In diesem Berufsbild kann die Firma Daum selbst nicht ausbilden.
„Die goldenen Zeiten sind vorbei“, macht Andreas Ott deutlich, da das Potenzial an geeigneten Auszubildenden
kleiner geworden ist. „Wir müssen an Schulen gehen, aussieben und testen.“ Mit ein Grund sind
aber auch die gestiegenen Anforderungen an diesen Ausbildungsberuf.
So ist aus den beiden früheren Ausbildungsberufen Heizungs- und Lüftungsbauer sowie Gas- und Wasser-
Installateur heute der Ausbildungsberuf

Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klimatechnik geworden, eine Ausbildung, die auch viel Elektrotechnik beinhaltet.
Auch Mädchen sind in der Firma Daum schon mit Erfolg ausgebildet worden. Insgesamt gibt es im Verlauf
der dreieinhalbjährigen Ausbildung nur eine relativ geringe Abbrecherquote.
Deutlich machte der für die Ausbildung zuständige Juniorchef, wie wichtig bei einer Vorstellung der erste Eindruck ist.
„Mit Basecap und Jogginghose kann man nicht punkten“, sagte Andreas Ott.
Gleichzeitig berichtet er den Paten, dass Ausbildung im Familienbetrieb neben der beruflichen Qualifizierung in vielen
Fällen auch soziale Aspekte mit sich bringe.
Bedauert wurde auch von den Paten, dass es kein Berufsbild unter dem Anlagenmechaniker gibt, wird eine Ausbildung zum qualifizierten
Fachhelfer. Besprochen wurden im weiteren Verlauf des Treffens die nächsten Aktionen der Ausbildungsinitiative.
Ende September soll wieder ein Schülerworkshop stattfinden, in dem die Schüler durch simulierte Bewerbungsgespräche auf die anstehenden
Bewerbungen vorbereitet werden.
Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung der Paten ist ein Kurs „Bewerbungsunterlagen erstellen“ bei der Volkshochschule geplant.
In Überlegung ist auch eine Ausdehnung der Patenarbeit auf Realschulen.
Mit einer Schweigeminute wurde nach würdigenden Worten von Ingolf Matz des verstorbenen Wolfram Pönitz, eines sehr engagierten Paten
der ersten Stunde, gedacht.