Bildung: Die Heppenheimer „Paten für Ausbildung“ waren zu Gast bei Unilever-Langnese

„PfAu“-Paten informieren sich in der Eisfabrik

Trotz Hitze hatten die „Paten für Ausbildung“ („PfAu“) bei ihrem Besuch bei Unilever-Langnese in Heppenheim keine Eiscreme-Kostproben im Sinn. Vielmehr wollten sie möglichst viele Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten
einholen, etwa zum Maschinen und Anlagenführer mit Schwerpunkt Lebensmitteltechnik oder zum Kaufmann für Bürokommunikation.
Beide Ausbildungsberufe ermöglicht der Lebensmittelfabrikant auch Hauptschülern. Statt der angekündigten
Werksführung musste jedoch ein Film über die Eisproduktion am Standort genügen – denn die Fließbänder
– sonst werktags permanent in Bewegung – standen ausgerechnet an diesem Abend still. Bianka Dörsam, zuständig für die Rekrutierung von Auszubildenden, belieferte die Paten kompetent mit allen notwendigen Informationen. Etwa, dass sich zu den 748 Mitarbeitern 48 Auszubildende gesellen etwa, die zunächst bei einem Test und anschließend durch ein Assessment-Center ermittelt werden. „Von Vorteil ist, wenn man zuvor ein Praktikum absolviert hat. Auch soziales Engagement ist hilfreich. Besonders wichtig ist aber das Anschreiben in der Bewerbungsmappe“,so Dörsam. Anschließend referierte Norbert
Schultze, Projektkoordinator beim Bildungswerk der hessischen Wirtschaft in Darmstadt, über das Kompetenzfeststellungsverfahren „Kom-Po 7“. Diese dreitägige Potenzialanalyse wird seit einigen Jahren zur
Feststellung methodischer, personaler und sozialer Kompetenzen in siebten und achten Hauptschulklassen
durchgeführt und ist damit von großer Bedeutung für die Paten.
„Unilever-Langnese“ ist eines von vielen Unternehmen an der Bergstraße, die mit Hilfe der Ausbildungsinitiative
„PfAu“ geeignete Auszubildende suchen. Zielgruppe sind primär Hauptschüler, deren Start in ein erfolgreiches Berufsleben
sich als problematisch abzeichnet.
Die „PfAu“-Paten stehen den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite.
Sie verfügen meist über langjährige Berufserfahrung und geben wertvolle Hilfestellungen an die Jugendlichen weiter. Der Schwerpunkt liegt auf der Berufsfindung.
So begleiten die Paten die zukünftigen Auszubildenden von der grundsätzlichen Berufswahl über die Erstellung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen. Dabei werden auch Fachstellen der Jugendarbeit
eingebunden. Auch im ersten Ausbildungsjahr werden die Jugendlichen nicht allein gelassen.
Die Berufsanfänger werden unterstützt, ohne dass ihnen Verantwortung genommen wird – denn Motivation
und aktive Mitarbeit sind Voraussetzung.

Presse 2012

Als nächstes Projekt ist ein Schülerworkshop zum Thema „Bewerbung“ geplant.