Geschwister-Scholl-Schule: Workshop der „Paten für Ausbildung“ lieferte wichtige Informationen

Gut gerüstet für die Bewerbung „Ich   nehme  teil,   weil mich  das  interessiert. Wenn  ich ei- nen  Ausbildungsplatz habe, will ich gut  abschneiden“, meint Marvin energisch. Er ist einer  von zehn Schülern, die am Freitag  und  Sams- tag  freiwillig  „nachsaßen“, anstatt sich direkt nach dem  Unterricht ins Wochenende zu  verabschieden  – und  somit viele  Klischees  über ar- beitsunwillige Hauptschüler wider- legte.  Die Schüler erhofften sich wertvolle Tipps zur Vorbereitung auf das,  was nach der Schule  kommen soll.
Die  Initiative „Paten für  Ausbildung“ (PfAu) hatte zum Workshop in die Geschwister-Scholl-Schule geladen.  Adressaten waren Hauptschüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. PfAu hat sich zum Ziel gesetzt hat, Schüler des Hauptschul- zweiges  bei  der  Jobsuche und  Be- werbung zu unterstützen. Jedem interessierten und motivierten Schüler wird auf Wunsch ein Pate  zur Seite gestellt, der individuelle Hilfestellung bei der Suche  nach einem Ausbildungsplatz leistet und bei Bewerbungsfragen erreichbar ist. Ziel war es, die Schüler reale Bewerbungssitationen, „was Profis zu meinem Auftreten  sagen“. Dieses  Vorhaben begrüßte auch Erster  Stadtrat Helmut Sachwitz, der  die  Schüler zur Teilnahme am Workshop beglück- wünschte und auf die Chancen einer PfAu-Patenschaft hinwies. Raumausstatter Thomas Rettig erklärte, was aus seiner Sicht von einer gelungenen Bewerbung erwartet wird – Vollständigkeit  etwa, aber auch Natürlichkeit und   Pünktlichkeit. Bei einem Bewerbungsgespräch legt der  Raumausstatter vor allem  Wert auf Authentizität und Ehrlichkeit.
„Man  sollte  auf  jeden Fall zu dem stehen,  was man macht“, meint Rettig. Auch die persönliche Abgabe der Unterlagen und die spätere Nachfrage zu deren Verbleib begünstigen demnach den positiven Ausgang.
Dabei  wurde deutlich, dass es kaum ein allgemeingültiges Vorgehen bei Bewerbungen gibt – was in kreativen Branchen gilt, kann etwa im handwerklichen Bereich völlig unpassend sein,  und  umgekehrt. Unterschiede gibt es selbst branchenintern: So fällt dem  einen Personalleiter eine  Bewerbung möglicherweise abhebt oder weil sie handschriftlich verfasst wurde. Für den anderen kann das  hingegen ein Ausschlusskriterium sein.  
Allen gemeinsam ist jedoch wohl die Erwartung von Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und  Sorgfalt.

Test unter Realbedingungen
Auch  die  Schüler hatten die  Gelegenheit, ihre Erwartungen zu formulieren. Im Anschluss führten die Teilnehmer einen Leistungstest durch, der vom neuen Hauptschulleiter der GSS, Herrn Hartinger, erläutert und überwacht wurde. Die Schüler mussten unter anderem Fragen der Allgemeinbildung und Mathematik beantworten. Einen  besonders großen  Stellenwert in  dem  dreißigminütigem Test, der ebenfalls unter Realbedingungen durchgeführte wurde, gebührte dem  Bereich „Logisches Denken“. Das eigentliche Bewerbungsinterview war Thema des zweiten Workshop-Tages. Auch hier wurde viel Wert auf Authentizität gelegt, um den Schülern zu zeigen, was sie in einer  tatsächlichen Bewerbungssituation erwartet.  Dabei ging es nicht nur um Inhalte sondern auch um das Auftreten der Berufsamwärter.
Auch hier wurden Unterschiede deutlich: Sakko  oder Jackett etwa mögen in einigen Bereichen „over- dressed“ wirken; in anderen sind sie Voraussetzung.
Sich über die  Gepflogenheiten der jeweiligen Branche zu informieren, gehört ebenfalls zur Vorbereitung.
Das verdeutlichten auch Bianka Dörsam von der Firma Unilever in Heppenheim und einige Mitglieder des Round Table Bensheim, die am Samstag jeweils mit drei Schülern die Interviews durchführten – unter Echtbedingungen, die viele der  Berufsanwärter nachhaltig beeindruckten.
In  Gruppen wurden die Interviews im Anschluss ausgewertet. Dabei ging es erneut keineswegs darum, die Schüler zu diffamieren – vielmehr gaben ihnen die Profi-In- terviewer  wertvolle Tipps mit auf den Weg.
Dr.  Hans-Jörg Droescher führte die Gruppen schließlich wieder zusammen, um das Erlebte im Plenum auszuwerten. Den Teilnehmern werden Zertifikate ausgehändigt  – ein  weiteres Dokument für das  Bewerbungsportfolio der  Hauptschüler.  So vorbereitet sind die  PfAu-Schützlinge gut gerüstet für eine erfolgreiche Bewerbung.