Ausbildungsinitiative: Ehrenamtliche Paten trafen sich bei der Firma Daum GmbH

In Jogginghosen hat man keine Chance

BENSHEIM. Regelmäßige Patentreffen bei Unternehmen und Betrieben bieten der städtischen Ausbildungsinitiative
„PfAu“ eine gute Gelegenheit, Informationen zu Ausbildungsberufen aus erster Hand zu erhalten.
Jüngster Gastgeber für die ehrenamtlich tätigen Paten war der an der Schwanheimer Straße in Bensheim
ansässige Fachbetrieb für Heizung und Sanitär, die Daum GmbH, wo Ingolf Matz die zahlreich erschienenen
Paten begrüßte und der Familie Ott für die Gastfreundschaft dankte.
1927 von Philipp Daum, einem Pionier der Ölbrennertechnik gegründet, liegt der Fachbetrieb heute
in den Händen von Firmenchef Peter Ott, der 1964 im Alter von 13 Jahren als Lehrling in den Betrieb kam.
Inzwischen ist auch sein Sohn Andreas als Juniorchef in Verantwortung, insbesondere für den Ausbildungsbereich

Ab September wird sich Andreas Ott wieder um vier Auszubildende kümmern, um damit auch die künftige Leistungsfähigkeit
des Unternehmens sicherzustellen.
Der Fachkräftemangel in der Branche ist spürbar, das beweist auch die bisher erfolglose Suche nach einem
Elektriker. In diesem Berufsbild kann die Firma Daum selbst nicht ausbilden.
„Die goldenen Zeiten sind vorbei“, macht Andreas Ott deutlich, da das Potenzial an geeigneten Auszubildenden
kleiner geworden ist. „Wir müssen an Schulen gehen, aussieben und testen.“ Mit ein Grund sind
aber auch die gestiegenen Anforderungen an diesen Ausbildungsberuf.
So ist aus den beiden früheren Ausbildungsberufen Heizungs- und Lüftungsbauer sowie Gas- und Wasser-
Installateur heute der Ausbildungsberuf

Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klimatechnik geworden, eine Ausbildung, die auch viel Elektrotechnik beinhaltet.
Auch Mädchen sind in der Firma Daum schon mit Erfolg ausgebildet worden. Insgesamt gibt es im Verlauf
der dreieinhalbjährigen Ausbildung nur eine relativ geringe Abbrecherquote.
Deutlich machte der für die Ausbildung zuständige Juniorchef, wie wichtig bei einer Vorstellung der erste Eindruck ist.
„Mit Basecap und Jogginghose kann man nicht punkten“, sagte Andreas Ott.
Gleichzeitig berichtet er den Paten, dass Ausbildung im Familienbetrieb neben der beruflichen Qualifizierung in vielen
Fällen auch soziale Aspekte mit sich bringe.
Bedauert wurde auch von den Paten, dass es kein Berufsbild unter dem Anlagenmechaniker gibt, wird eine Ausbildung zum qualifizierten
Fachhelfer. Besprochen wurden im weiteren Verlauf des Treffens die nächsten Aktionen der Ausbildungsinitiative.
Ende September soll wieder ein Schülerworkshop stattfinden, in dem die Schüler durch simulierte Bewerbungsgespräche auf die anstehenden
Bewerbungen vorbereitet werden.
Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung der Paten ist ein Kurs „Bewerbungsunterlagen erstellen“ bei der Volkshochschule geplant.
In Überlegung ist auch eine Ausdehnung der Patenarbeit auf Realschulen.
Mit einer Schweigeminute wurde nach würdigenden Worten von Ingolf Matz des verstorbenen Wolfram Pönitz, eines sehr engagierten Paten
der ersten Stunde, gedacht.