Paten müssen die Schulbank drücken

 

Bergsträßer Anzeiger vom 22.11.2013 Seite 13

 

Workshop: „PfAu“-Initiative setzte sich in der GSS mit
Online-Bewerbungen auseinander

Paten müssen die Schulbank drücken
BENSHEIM. Die Räume in der Geschwister-Scholl-Schule sind hell
erleuchtet, die Computer hochgefahren – und das am Samstag?
Doch auf den Stühlen im neuen Computerraum sitzen keine Schüler,
sondern Erwachsene. Verkehrte Welt?
Nicht ganz, denn nachdem der erste „PfAu“-Workshop für die
Neuntklässler des Hauptschulzweiges im vergangenen Sommer Erfolg
versprach, waren nun die Paten dran.

Digitale Lebenswelt

Dr. Dröscher, der die Veranstaltung moderierte, stellte fest, dass
viele der Teilnehmer ihr Fach in einer Zeit erlernt haben, in der
Computer noch nicht die Größe eines Taschenbuches hatten und schon gar
nicht selbstverständlich in allen Berufszweigen eingesetzt wurden.
Höchste Zeit für die „PfAu“-Paten also, um sich mit der digitalen
Lebenswelt ihrer Zöglinge vertraut zu machen.
Zwar fordern gegenwärtig nur wenige Handwerksbetriebe eine
Online-Bewerbung, doch die Tendenz zur digitalisierten Bewerbungsmappe
ist eindeutig.
Die großen Handelsketten und auch viele Industrieunternehmen
akzeptieren schon heute keine Papier-Bewerbung mehr.

Online-Bewerbungen bevorzugt

Selbst in vermeintlich weniger medienaffinen Berufen, wie etwa dem der
Einzelhandelskauffrau oder des Einzelhandelskaufmannes sind
Online-Bewerbungen meist höchst willkommen.
„Oft werden in Stellenanzeigen mehrere Möglichkeiten angeboten, doch
auf Nachfrage stellt sich heraus, dass Online-Bewerbungen bevorzugt
werden“, erklärt Ingolf Matz, der – selbst Pate bei „PfAu“ – in
einem interessanten und hilfreichen Vortrag auf den aktuellsten Stand
brachte.
Als ehemaliger Leiter des Logistikbereichs eines großen Unternehmens
ist ihm diese Entwicklung freilich wohl bekannt. „Ich bin seit ein paar
Jahren nicht mehr bei meinem ehemaligen Arbeitgeber beschäftigt und
bekomme diese Entwicklungen kaum mit“, freut sich ein Pate über den
Input. Doch auch Paten, die durchaus regelmäßig mit Online-Bewerbungen
konfrontiert sind, konnten wichtige Tipps für ihre Schützlinge
mitnehmen.
Immerhin können schon vermeintlich unwesentliche Details
Ausschlusskriterien für eine Online-Bewerbung sein. Das intensive
Studium der Online-Bewerbungsunterlagen ist deshalb ebenso wichtig wie
die Vorbereitung. Oftmals wird die Größe der Anlagen begrenzt, die
Dateien sollten als PDF-Dateien erstellt werden, der Dateiname sollte
sprechend sein – und gegebenenfalls sollten eingescannte Dateien
komprimiert werden.

Der gleiche Aufwand

Den Paten wurde vermittelt, dass eine Online-Bewerbung mindestens den
gleichen Aufwand bedeutet wie eine herkömmliche Bewerbung. Im zweiten
Teil des Workshops konnten
die Teilnehmer sich dann selbst austoben.
Christian Hartinger, Leiter des Hauptschulzweiges der GSS – und
ebenso wie Christiane Gassberger für die Schillerschule aktive Stütze
des „PfAu“-Programmes – hatte zwei Testbewerbungen vorbereitet.

Druckfrischer Flyer

„Keine Bewerbung ist ohne Fehler“, gibt Hartinger selbstkritisch zu.
Die suchten die Paten dann auch fleißig.
Als Vorarbeit wurden Fotos in den Lebenslauf eingebaut und Word- in
PDF-Dateien umgewandelt. Nach dieser Vorbereitung ging es an die
Erstellung der Online-Bewerbungen.
Am Ende stand die Vorstellung des neugestalteten, druckfrischen Flyers
und eine offene Aussprache über die Arbeit der Initiative folgte, bevor
die Paten motiviert ins (verspätete) Wochenende gingen.

red

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